junges und kostengünstiges wohnen
bauträgerauswahlverfahren nordbahnhof-vorgartenstrasse 'junges und kostengünstiges wohnen' 2. stufe
stadtraum
das bebauungskonzept fixiert entlang der vorgartenstraße eine durchgehende zeile mit überbauung der querenden straßen. Südlich der zeile evozieren einzelbaukörper einen fließenden raum.
zielgruppen / bedürfnisse
-11-14-jährige im familienverband / geschlechtssensible freiräume
-15-18-jährige ebenfalls noch im familienverband / rückzugsorte
-18 bis 25-jährige - zwei untergruppen:
- singles und paare / kontakt und günstige freizeitangebote
- junge mieterinnen mit kleinkindern / strukturen für kinder und
aktivitäten im wohnumfeld
- alle über 25, die „jung im kopf" geblieben sind / alternative lebensformen und kommunikativen strukturen.
freiraum und jugendraum
'versunkene gärten'
die leitidee der ‚versunkenen gärten' wird weiterentwickelt. salettln und abgesenkte vorgärten werden zum zentralen freiraumthema. kontrapunktischer entwurfsansatz: das öffentliche mit dem geschützten und versteckten zu verbinden. geländemodellierung und -absenkung mit rampen, böschungen und harten kanten schaffen ein großzügiges gartenparterre.
durch zusammenfassung der gartenebenen entsteht eine großzügige fläche für die gemeinschaftliche nutzung. auf mietergärten wird in diesem bereich verzichtet.
die diesen gartenteilen zugeordneten räume sind vollständig belichtet und bieten ausgezeichnete nutzungsverhältnisse für die bewohnerinnen.
die skulpturale auflösung der baukörper kreiert eine vielfalt unterschiedlicher offener und überdeckter freibereiche. am dach der zeile vorgartenstrasse wird die gartenlaube neu
interpretiert: ‚gemeinsames dach’ mit sitzmöglichkeiten und wasserstellen im schatten sowie vermietbare gartenstücke auf einer wiesenfläche.
ein ruhiger aussenraum wird im eg südlich des punkthauses angeboten, bepflanzt mit linden und ausgestattet mit tischen und bänken.
vertikale grünfassade: bepflanzung der ausgewiesenen bereiche mit kletterpflanzen (veitschii, parthenocissus od.anderes) bzw. bambus zur verbesserung des mikroklimas.
zur optimierung der querdurchlässigkeit wird auf anregung der jury eine passerelle durch den romeo und julia wing geführt und ergänzt die halböffentliche fussläufige verbindung zum rudolf-bednarpark.
romeo und julia wing
dreigeschossiger erlebnis- und bespielungsraum angelagert an den verbindungsraum zwischen punkthaus und zeile. ausstaffiert mit begehbaren boxen unterschiedlichen inhalts ermöglicht diese raumskulptur höchste nutzungsvielfalt: kletterwand, lounge, spielraum, treffpunkt, bar, feste, lesungen, hauskonzerte, etc.
jugendgerechtes quartier
mitbestimmung der jugendlichen unter beachtung von genderaspekten in allen projektphasen, analog zu den grazer projekten der buwog "prohaskagasse" und „tunnergasse" (fratz graz).
wohnungsgrundrisse
die bebauungsstruktur setzt eine flexible und variable nutzung der einzelnen geschosse voraus. neben standardgrundrissen werden grundrisslösungen für 'junges wohnen' angeboten.
kleinwohnungen, gästewohnungen, atelierwohnungen oder wohngemeinschaften
wohnfolgeinrichtungen: büro für „soziokulturelle animation" und
"hausmeister neu", intranet, filmclub, kochclub, kindergruppe/tagesbetreuung, lärmraum, pantoffelbar (lounge), waschsalon, wellness- bzw. gymnastikraum,werkstatt ...
kostengünstiges wohnen
superförderung und konzepte zur senkung des eigenmittelanteiles verkürzung der projektzeit von 4 auf 3 jahre, bau-, und kostenmanagement und kostencontrolling
angebot von rabattierten einbauküchen und -möbeln im vor- bzw. schrankraum sowie mobile boxen intelligenter mehrwert
dem ansatz: kostengünstiges wohnen durch leistungsreduktion zu erreichen wird die idee des intelligenten mehrwerts entgegengestellt: der quotient kosten - leistung wird durch ein mehr an dienstleistungen und konsumtionsmöglichkeiten zugunsten der bewohnerinnen verändert. das bedeutet einerseits, dass konsumangebote wie kino, sportmöglichkeiten, etc. in den wohnkosten enthalten sind und sich somit die lebenshaltungskosten verringern. andererseits reduzieren sich die erhaltungskosten (weniger vandalismus und beschädigungen) durch eine funktionierende hausgemeinschaft - initiiert durch soziokulturelle animation.
„hausmeister/in neu" als lehrberuf
dieses berufsbild gibt es noch nicht. die buwog schlägt vor, diesen lehrberuf zu kreieren und bildet am „nordbahnhof" lehrlinge aus.
soziokulturelle animation
für das mitbestimmungskonzept wird die methode der soziokulturellen animation eingesetzt. sie stellt soziokulturelle interventionen im rahmen des vorhandenen ökonomischen, kulturellen, sozialen und politischen kontextes dar und umfasst sämtliche aktivitäten und
initiativen, die einzelne, gruppen und gemeinschaften dazu befähigen und motivieren, sich ihr alltagsleben in verbindung mit dem jeweiligen soziokulturellen umfeld wieder und weiter anzueignen.
als animatoren werden externe berater (fratz graz) gemeinsam mit bewährten buwog mitarbeiterinnen und lehrlingen des neuen lehrberufes tätig sein.
soziokulturelle animatorinnen haben folgende aufgabenbereiche:
knüpfen von kontaken zwischen den bewohnerinnen programmieren und organisieren von aktivitäten betreuung der teilnehmerinnen und freiwilligen (interessensausgleich, konfliktregelung, etc.)
erkundung von wünschen und bedürfnissen, dokumentation von aktivitäten, bespielung und betrieb der räume