parkwohnungen kaiserebersdorf
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bebauung
fünf stromlinienförmige baukörper fluten durch eine parklandschaft und schaffen eine starke identität der wohnanlage.
die einzelnen wohnhäuser sind unterschiedlich geformt und lassen in ihrer kontur gemüse und früchte assoziieren (melanzane, melone, bohne, birne, mango).
ein tropfenförmiger körper stellt die energetisch intelligenteste form eines gebäudes dar. nach norden minimierte volumina, nach süden, osten und westen die großen oberflächen.
die lage der baukörper am grundstück minimiert die zahl der nordwohnungen. die äußerst günstige energiebilanz der kompakten formen bleibt erhalten. es entstehen divergente zusammenhängende grünräume und visuell voneinander getrennte wohnungen.

grundriss
eine veranda mit der qualität eines patios stellt im zentrum der grundrisse. sie bildet die visuelle (im winter) und die tatsächliche (im sommer) erweiterung der wohnungen in den park .
nutzungsneutrale volumina rund um den patio sowie schiebetüren unterstreichen den charakter des raumkontinuums.

städtebauliches konzept
die wohnhausanlage liegt zwischen dem alten ortskern von kaiserebersdorf und der simmeringer hauptstraße in teilweise verbautem, teilweise noch dörflich geprägtem gebiet. sie besteht aus fünf freistehenden, sehr kompakten gebäuden. eines davon als passivhaus ausgeführt, die anderen vier als niedrigenergiehäuser. alle gebäude sind unterschiedlich geformt und lassen in ihrer kontur gemüse und früchte assoziieren: melone (=passivhaus), mango, bohne, melanzane und birne.  die tropfenförmigen körper sowie ihre situierung am grundstück minimieren die volumina im norden und vergrößern die oberflächen richtung süden, osten und westen. die äußerst günstige energiebilanz der kompakten formen bleibt erhalten. zwischen ihnen flutet der freiraum durch. es bilden sich unterschiedliche und doch zusammenhängende grünräume, die die wohnungen visuell voneinander trennen und eine hohe wiedererkennbarkeit und identität der gesamtanlage schaffen.

was ist ein passivhaus
der begriff "passivhaus" bezeichnet einen baustandard. dieser ist mit verschiedenen bauweisen, -formen und -materialien zu erreichen. er ist eine weiterentwicklung des niedrigenergiehaus- ("neh-") standards. der begriff "passivhaus" kennzeichnet ein gebäude, in dem ein behagliches innenklima im sommer wie im winter ohne ein herkömmliches heizsystem gewährleistet werden kann. dies setzt vor allem voraus, daß der jahresheizwärmebedarf nicht über 15 kwh/(m2a) liegt. der noch erforderliche restwärmebedarf kann dann durch eine erwärmung der zuluft über das ohnehin vorhandene lüftungssystem erfolgen. passivhäuser brauchen etwa 80% weniger heizenergie als neubauten nach der deutschen wärmeschutzverordnung 1995 bzw. den österreichischen bauordnungen. der name "passivhaus" leitet sich daher ab, daß im wesentlichen die "passive" nutzung der vorhandenen wärme aus der sonneneinstrahlung durch die fenster sowie der wärmeabgabe von geräten und bewohnern ausreicht, um das gebäude während der heizperiode auf angenehmen innentemperaturen zu halten. in einem passivhaus soll gleichzeitig auch der sonstige energiebedarf, insbesondere der strombedarf für hausgeräte u. ä., durch einsatz effizienter technik minimiert werden. ziel ist es, daß der gesamte endenergiebedarf für heizung, warmwasser und hausgeräte 42 kwh/(m2a) nicht überschreitet. dies liegt mindestens um den faktor 4 niedriger, als die spezifischen verbrauchswerte von neubauten nach den jeweils geltenden vorschriften in europa. (vgl. www.igpassivhaus.at )

ansatz 1:
optimierung des ohnehin erforderlichen kostengünstig ist der ansatz deshalb, weil er nach dem prinzip der einfachheit auf eine optimierung der ohnehin erforderlichen komponenten eines gebäudes setzt: der gebäudehülle, der fenster und der aus hygienischen gründen sinnvollen automatischen lüftung. indem er die effizienzverbesserung dieser komponenten soweit treibt, daß auf ein separates wärmeabgabesystem verzichtet werden kann, ergeben sich einsparungen, die den mehraufwand für die effizienzverbesserung mitfinanzieren.

ansatz 2:
verlustminimierung vor gewinnmaximierung grundprinzip von passivhäusern ist es, vorhandene wärme möglichst konsequent am entweichen zu hindern (vorrang der verlustminimierung). theoretische modellrechnungen und praktische erfahrungen mit zahlreichen projekten zeigen, daß eine solche strategie unter mitteleuropäischen und vergleichbaren klimabedingungen grundsätzlich effizienter ist als strategien, die vorrangig auf die passive oder aktive solarenergienutzung setzen.

kostenersparnis beim passivhaus - die theorie:
bei verbesserung des thermischen standards (mehr dämmen, bessere fenster,...) entstehen kosten. dafür spart man sich im gegenzug energiekosten beim betrieb des gebäudes. ein minimum an kosten ergibt sich bei ca. 40 bis 50kwh/m² (niedrigenergiehausbereich). mehrinvestitionen in die dämmung scheinen sich hier nicht mehr zu amortisieren, weil diese kosten höher sind als die kosten für die beheizung.
um ein passivhaus zu verwirklichen, sind folgende punkte notwendig:
extrem gut gedämmte bauteile - passivhaustaugliche fenster - vermeidung von wärmebrücken  - lüftungsanlage mit wärmerückgewinnung - sehr dichte gebäudehülle und die passive solarenergienutzung

konstruktion
das fünfgeschossige passivhaus besitzt einen natürlich belichtetes stiegenhaus, das die  einzelnen wohnungen erschließt.
in den unteren geschossen befinden sich geschosswohnungen, im 3. og und  dg sind maisonetten angeordnet. allen wohnungen sind entweder mietergärten, balkone oder dachterrassen zugeordnet.
das gebäude  ist in massivbauweise ausgeführt und mit einer allseitig hoch gedämmten, dauerhaft luft- und winddichten sowie wärmebrückenfreien außenhülle versehen.

energiekonzept und gebäudetechnik
zur kontrollierten be- und entlüftung der wohnungen wird eine semizentrale lüftungsanlage (zur kontrollierten wohnraumbelüftung) eingesetzt.
diese besteht aus
-  einem zentralen lüftungsgerät mit außenluftfilterung, stützventilatoren für zu- und abluft sowie hoch effizienter wärmerückgewinnung und aus dezentralen nachheizregistern, die bei bedarf die raumluft jeder wohneinheit zusätzlich erwärmen können. die versorgung der restwärme und warmwasserbereitung erfolgt mittels fernwärme.
- und einem dezentralen (pro wohneinheit) nachheizregister und drehzahlgeregelten ventilatoren (4-stufige volumenstromregelung durch die bewohnerinnen). zum einbringen der zuluft in die einzelnen wohnräume werden luftdüsen verwendet. der transport der luft aus den zuluftbereichen in die abluftzonen (bad und wc) erfolgt über die überströmzonen (z.b. flur) durch überströmöffnungen in den türblättern oder fugen zwischen türzarge und wand.

bauform: 27 wohnungen im passivhaus „melone“ (111 wohnungen in den niedrigenergiehäusern)
typologie: 1 wohnhaus – melone - als passivhaus (4 wohnhäuser als niedrigenergiehäuser) + tiefgarage + gemeinschaftsraum + sauna
bauträger: buwog bauen und wohnen gesellschaft mbh., wien
ing. michael herbek
planung:      arch. di günter lautner
mitarbeit: maga michaela pammer, di theo zoller
arzu sariyar, di matthäus barthofer, di walter kaiser
   
konsulenten:    di maier, bm grandits bauleiter, ing. kirisits,
baufirma     universale hochbau, hr. karanchoni polier
bauphysik (passivhaus)      schöberl & pöll oeg bm di schöberl     
fenster (passivhaus)          fa. stefan
haustechnik (passivhaus)    vasko + partner di günther sammer
   
planungsbeginn / fertigstellung:   april 2003 / herbst 2007
wohnnutzfläche gesamt:   3.061,09 m2
energiekennzahl:    13,00 kwh/(m²a) gemäß phpp (ab 16 kwh niedrigenergiehaus)
heizlast:    10,00 w/m² gemäß phpp
luftdichtheit n50:        ≤ 0,6/h
primärenergie:        15 kwh/(m²a)
a/v-verhältnis:         0,333 m²/m³