ansatz 1:
optimierung des ohnehin erforderlichen kostengünstig ist der ansatz deshalb, weil er nach dem prinzip der einfachheit auf eine optimierung der ohnehin erforderlichen komponenten eines gebäudes setzt: der gebäudehülle, der fenster und der aus hygienischen gründen sinnvollen automatischen lüftung. indem er die effizienzverbesserung dieser komponenten soweit treibt, daß auf ein separates wärmeabgabesystem verzichtet werden kann, ergeben sich einsparungen, die den mehraufwand für die effizienzverbesserung mitfinanzieren.
ansatz 2:
verlustminimierung vor gewinnmaximierung grundprinzip von passivhäusern ist es, vorhandene wärme möglichst konsequent am entweichen zu hindern (vorrang der verlustminimierung). theoretische modellrechnungen und praktische erfahrungen mit zahlreichen projekten zeigen, daß eine solche strategie unter mitteleuropäischen und vergleichbaren klimabedingungen grundsätzlich effizienter ist als strategien, die vorrangig auf die passive oder aktive solarenergienutzung setzen.
kostenersparnis beim passivhaus - die theorie:
bei verbesserung des thermischen standards (mehr dämmen, bessere fenster,...) entstehen kosten. dafür spart man sich im gegenzug energiekosten beim betrieb des gebäudes. ein minimum an kosten ergibt sich bei ca. 40 bis 50kwh/m² (niedrigenergiehausbereich). mehrinvestitionen in die dämmung scheinen sich hier nicht mehr zu amortisieren, weil diese kosten höher sind als die kosten für die beheizung.
um ein passivhaus zu verwirklichen, sind folgende punkte notwendig:
extrem gut gedämmte bauteile - passivhaustaugliche fenster - vermeidung von wärmebrücken - lüftungsanlage mit wärmerückgewinnung - sehr dichte gebäudehülle und die passive solarenergienutzung
konstruktion
das fünfgeschossige passivhaus besitzt einen natürlich belichtetes stiegenhaus, das die einzelnen wohnungen erschließt.
in den unteren geschossen befinden sich geschosswohnungen, im 3. og und dg sind maisonetten angeordnet. allen wohnungen sind entweder mietergärten, balkone oder dachterrassen zugeordnet.
das gebäude ist in massivbauweise ausgeführt und mit einer allseitig hoch gedämmten, dauerhaft luft- und winddichten sowie wärmebrückenfreien außenhülle versehen.
energiekonzept und gebäudetechnik
zur kontrollierten be- und entlüftung der wohnungen wird eine semizentrale lüftungsanlage (zur kontrollierten wohnraumbelüftung) eingesetzt.
diese besteht aus
- einem zentralen lüftungsgerät mit außenluftfilterung, stützventilatoren für zu- und abluft sowie hoch effizienter wärmerückgewinnung und aus dezentralen nachheizregistern, die bei bedarf die raumluft jeder wohneinheit zusätzlich erwärmen können. die versorgung der restwärme und warmwasserbereitung erfolgt mittels fernwärme.
- und einem dezentralen (pro wohneinheit) nachheizregister und drehzahlgeregelten ventilatoren (4-stufige volumenstromregelung durch die bewohnerinnen). zum einbringen der zuluft in die einzelnen wohnräume werden luftdüsen verwendet. der transport der luft aus den zuluftbereichen in die abluftzonen (bad und wc) erfolgt über die überströmzonen (z.b. flur) durch überströmöffnungen in den türblättern oder fugen zwischen türzarge und wand.
| bauform: | 27 wohnungen im passivhaus „melone“ (111 wohnungen in den niedrigenergiehäusern) |
| typologie: | 1 wohnhaus – melone - als passivhaus (4 wohnhäuser als niedrigenergiehäuser) + tiefgarage + gemeinschaftsraum + sauna |
| bauträger: | buwog bauen und wohnen gesellschaft mbh., wien ing. michael herbek |
| planung: | arch. di günter lautner |
| mitarbeit: | maga michaela pammer, di theo zoller arzu sariyar, di matthäus barthofer, di walter kaiser |
| konsulenten: | di maier, bm grandits bauleiter, ing. kirisits, |
| baufirma | universale hochbau, hr. karanchoni polier |
| bauphysik (passivhaus) | schöberl & pöll oeg bm di schöberl |
| fenster (passivhaus) | fa. stefan |
| haustechnik (passivhaus) | vasko + partner di günther sammer |
| planungsbeginn / fertigstellung: | april 2003 / herbst 2007 |
| wohnnutzfläche gesamt: | 3.061,09 m2 |
| energiekennzahl: | 13,00 kwh/(m²a) gemäß phpp (ab 16 kwh niedrigenergiehaus) |
| heizlast: | 10,00 w/m² gemäß phpp |
| luftdichtheit n50: | ≤ 0,6/h |
| primärenergie: | 15 kwh/(m²a) |
| a/v-verhältnis: | 0,333 m²/m³ |